Wriezen
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Acht japanische Schülerinnen und zwei begleitende Lehrer trafen am 17. August zu einem viertägigen Aufenthalt in Wriezen ein. Sie wurden am Bahnhof durch den Bürgermeister der Stadt Uwe Siebert und den Schulleiter des Evangelischen Johanniter-Gymnasiums Wriezen Michael Tiedje begrüßt.

Im Jahre 2009 hatte sich eine 14köpfige Reisegruppe aus Schülerinnen und Schülern des Johanniter-Gymnasiums auf den Weg in den Fernen Osten gemacht. Ihr Ziel: Hachioji, die Geburtsstadt des Wriezener Ehrenbürgers Dr. Nobutsugo Koyenuma. Insgesamt 10 Tage hielten sich die deutschen Jugendlichen damals in Japan auf, für einige Zeit auch untergebracht bei japanischen Gastfamilien, Eltern von Schülern der Hachioji High School. Die in diesem Zuge unterzeichnete Partnerschaft der beiden Bildungseinrichtungen war nun die Basis für den Gegenbesuch. Erst jetzt war den Partnern aus Asien eine Reise nach Europa möglich. Durch die katastrophalen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Tsunami und dem Atomunglück von Fukushima im Jahre 2011 war an einen Deutschlandbesuch nicht vorher zu denken gewesen. Gleichwohl blieb die Schulfreundschaft über die Jahre lebendig. Durch einen Spendenaufruf von Stadt und Schule konnten im vergangenen Jahr mehr als 6000 Euro gesammelt werden, die notleidenden Kindern und Jugendlichen in den japanischen Krisengebieten zur Verfügung gestellt wurden.

Die Vorbereitungen für den diesjährigen Besuch hatten bereits im Frühling 2012 begonnen. Neben der Terminabstimmung stand vor allem die Gestaltung eines Besuchsprogramms im Vordergrund. Es erwies sich von Vorteil, dass die Reiseplanung von japanischer Seite in den Händen des Englischlehrers Takashi Fujioka lag, den die Wriezener schon 2009 in Hachioji kennen gelernt hatten. Schulleiter Tiedje hatte keine Mühe, innerhalb seiner Schülerschaft Familien zu finden, die bereit waren, für einige Tage eine Japanerin bei sich zu beherbergen. Eine Selbstverständlichkeit stellte es insbesondere für fünf Wriezener Gymnasiasten dar, mit der Aufnahme die Gastfreundschaft zu erwidern, die sie vor drei Jahren selbst erfahren hatten. Während die Japaner sich bereits auf dem Flug nach Deutschland befanden, trafen sich die deutschen Gastgeber, Schüler und Eltern, zu Beginn der Besuchswoche im Johanniter-Gymnasium, um sich auf die Gäste einzustimmen. Nach der Betrachtung von Fotos der Reise von vor drei Jahren unterhielt man sich ausführlich über kulturelle Unterschiede, die bei der Beherbergung zu beachten sind. Dies war vor allem für diejenigen Familien hilfreich, die bislang noch nie Kontakt mit Japanern gehabt hatten. Diskutiert wurde auch, welche individuellen Programmpunkte für das Wochenende man mit den Gästen plante.

Nach der Ankunft der japanischen Reisegruppe am Bahnhof in Wriezen übernahm zunächst Bürgermeister Siebert das Regiment. Er führte die Besucher auf einem einstündigen Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Vom Gepäck befreit, das zwischenzeitlich zum Rathaus gefahren wurde, spazierte die Gruppe, an der Marienkirche vorbei, durch die Flaniermeile Wilhelmstraße. Die an diesem Spätnachmittag im Straßencafé sitzenden Einheimischen schienen ihren Blicken nicht zu trauen, als sie das Stadtoberhaupt im Tross mit zehn Asiaten die Bäckerei betreten sahen, um sich hier, den sommerlichen Temperaturen entsprechend, mit Eiscreme einzudecken. Das nächste Ziel der Führung war, kurz die Feuerwehr passierend, der Wriezener Friedhof. Dort besuchte die japanische Delegation das Grab ihres Landsmanns Koyenuma, der 1946 sein Leben im Einsatz für die Menschen des Oderbruchs gelassen hatte. Eine Kranzniederlegung und die Verzierung des Grabsteins mit bunten Papierkranichen waren der Höhepunkt dieser feierlichen Zeremonie. An ihr nahm auch eine inzwischen betagte Wriezenerin teil, die Dr. Koyenuma noch persönlich gekannt hatte. Sie erzählte von dem selbstlosen Tun des Ehrenbürgers und rief die Jugendlichen dazu auf, positive Eindrücke auf ihrer Reise zu sammeln und diese mit in ihre Heimat zu nehmen. Nur so könne Völkerfreundschaft entstehen. Letzte Station des Rundgangs war das Koyenuma-Denkmal vor dem Gymnasium.

Im Ratssaal warteten bereits die Gastgeberfamilien auf ihren Besuch. Schulleiter Tiedje rief nach einer kurzen Begrüßung die Namen der japanischen Schülerinnen auf und teilte sie den deutschen Familien zu. Diese hatten zwar via eMail schon vor der ersten persönlichen Begegnung Kontakt aufgenommen, doch blieb es spannend genug, wer denn nun wirklich die nächsten Tage mit im Haus oder in der Wohnung leben würde. Nachdem alle verteilt worden waren, ging es ins Wochenende. Erst am Montag würde sich die Gruppe wieder sehen, bis dahin würde man das Wochenende in den Gastfamilien verbringen. Diese hatten sich natürlich bestens auf den Besuch vorbereitet und interessante Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung geplant.

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