Wriezen
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Haase, Hermann

Bürgermeister der Stadt Wriezen von 1906. Am 26. September 1925 wurde dem Bürgermeister die Ehrenbürgerschaft verliehen und dieser in den Ruhestand verabschiedetet.

Stadtverordnetenvorsteher Preuß hielt (8 Uhr abends) die Ehrenrede. Gratulanten waren die Stadtältesten Walter und Schwarzmeier, Kreisbrandmeister Tesch (Wriezen), O. Wendig (Direktor der Provinzial-Taubstummenanstalt), Oberpfarrer Turne, Studiendirektor Dr. Probst (Leiter Real-Progymnasium) Direktor Forstreuter (Höhere Mädchenschule), für die Kaufmannschaft Kaufmann Paul Linke, für den Gastwirteverein Restaurateur Carl Dumont, für die Turnerjugend Turnlehrer Patschkowski und für die Sanitätskolonne Studienrat Eilemann. Danach wurde ein Abschiedsessen (70 Personen) im Hotel zum Kronprinzen eingenommen.

Unter seiner Leitung erfolgte der Bau des Wasserwerks, der Anschluss der Stadt an das Elektronetz, der Ausbau des Hafens, der Ausbau des Gaswerkes, die Pflasterung wichtiger Strassen und der Bau der Volksschule in der nach ihm benannten Bürgermeister-Haase-Strasse.

Handschuhmacher

1707 wird Georg Broda, ein „Hanschenmacher“ aus Cottbus; als erster Handschuhmacher in der Stadt benannt. 1945 verschwindet das Handwerk mit dem letzten Handschuhmacher Lehmann aus der Stadt, dessen Familie seit 1777 ununterbrochen in Wriezen diesem Gewerk tätig war.

Handwerkslehrling

1604 Ein Lehrling des Schlosser-, Sporer-, Büchsenmacher-, Uhr- und Windemacherhandwerks musste, wollte er eintreten, Zeugnis seiner ehrlichen Geburt vorlegen und wurde für 14 Tage zur Probe aufgenommen. Durfte er bleiben, war der Kirche 2 Pfund Wachs, den Meistern eine Tonne Bier und dem Lehrmeister 10 Taler zu geben. Meistersöhne gaben die Hälfte. Ein armes Kind musste nichts geben, aber 4 Jahre lernen.

Hartmann, Else

(10.10.1893-28.12.1974)

Studienrätin, älteste der drei Töchter von Direktor Paul Hartmann, am Progymnasium in Wriezen. Erstieg als erste Europäerin den Kilimandscharo.

Haselberg

1375 als Haselberg im Landbuch Kaiser Karls IV. erstmals urkundlich erwähnt wurde, war das Dorf bereits um die 150 Jahre alt.

1416 erste Erwähnung der Haselberger Kornmühle. Der Standort war auf dem Mühlenberg in der Gabelung der Wege nach Lüdersdorf und Frankenfelde

1613 Erste Dorfschule am Biesdorfer Weg

1695 - 1705 Bau des Kernstücks vom Haselberger Schloss unter Otto Arnold von Paykul

um 1700 Ernennung der Dorfkirche

1777 Paul Benedikt Wolff übernahm das Rittergut Haselberg

1779 ließ von Wolff den Schlosspark anlegen

1841 Haselberg wird an Arnold Freiherr von Eckardstein verkauft

1860 351 Einwohner

1900 224 Einwohner

1945 nach dem zweiten Weltkrieg Paul Schluppner erster Bürgermeister

2001 625-Jahrfeier

2003 Als Teil der Gemeinde Wriezener Höhe – Ortsteil Haselberg seit dem 23. Oktober in die Stadt Wriezen eingemeindet.

Hebammen

1619 „Estel, die weise Mutter“ als erste Hebamme in Wriezen.

Hechtreißer

Die Zunft der Hechtreißer wurde 1692 gegründet, nachdem das Gewerk schon jahrhundertelang bestand und hauptsächlich nebenberuflich betrieben wurde. Bereits 1441 erfolgte die erste Erwähnung als Fischreißer. Der Hechtreißer war Fischaufkäufer, riss die Fische zum Entgräten am Rücken auf, salzte sie ein und verkaufte sie. Die Zunft war in der Stadt wegen ihrer Bedeutung hoch angesehen und hatte 1740 mit 42 Mitgliedern ihren Höhepunkt. Seit 1782 ist die Zunft eng mit dem Namen Conrad verbunden. Am 5. Oktober 1874 fand die letzte Zusammenkunft der Hechtreißer statt, die nach der Trockenlegung des Oderbruchs immer mehr an Bedeutung verloren hatte.

Heerweg

1247 - so die Urkunde - mündet in Wriezen ein Heerweg. Von Frankfurt über Quilitz (Neuhardenberg) und Friedland (bei Hochwasser über Möglin und Schulzendorf) kommend, von Wriezen über Freienwalde und Oderberg –Schwedt nach Stettin verlaufend.

Heisrath, Manfred

heissr(23.10.1928 in Tilsit - gest. 14.10.2004 in Wriezen)

1935-39 Volksschule in Stadtheide/Ostpr.

1939-43 Oberschule für Jungen in Tilsit

1944-45 Flakhelfer und RAD

1945-46 Wochen amerikanische Gefangenschaft

1946-49 Dachdeckerlehre mit Gesellenprüfung in Bayreuth

1950-53 Institut für Lehrerbildung Cottbus

1953-54 Republikflucht wegen Unstimmigkeiten mit der Partei und Studium päd. Hochschule Bayreuth

Sept. 1954 Beginn der Lehrertätigkeit an der I. Oberschule Wriezen

04.04.1955 Heirat

1959 Staatsexamen

1966 Kreisturnrat im Kreis Bad Freienwalde

1975 Beförderung zum Oberlehrer

1988 Beförderung zum Oberstudienrat

Verdienstvoller Wriezener Sportfunktionär in den letzten Jahrzehnten. Ausgezeichnet u.a. mit Ehrennadeln des DTSB und des DFV in Gold.

Herlth, Robert

Geb. am 2. Mai 1893 in Wriezen, gest. am 6. Januar 1962 in München. Einer der bedeutendsten deutschen Filmarchitekten.

Hexenprozess

1690 letzter Hexenprozess in Wriezen.

Hochwasser

Die Lage der Stadt besonders vor der Trockenlegung des Oderbruchs führte immer wieder zu Schäden durch das Hochwasser der Oder. Diese führt nahezu regelmäßig Hochwasser nach der Schneeschmelze als Frühjahrshochwasser und infolge der sommerlichen Regenfälle das Johannishochwasser nach dem 24. Juni. Besondere Hochwasserstände gab es in den Jahren 1736, 1940, 1947 und 1997 und 2010.

Homburgshöhe

1872 kam Carl Homburg nach Wriezen und erwarb an der Strasse nach Schulzendorf Land zum Errichten einer Cement-Dachpappenfabrik. Homburg hatte zuvor die feuersichere Zementdachpappe erfunden. Seit1930, mit Unterbrechungen, Geflügelfarm.

Hospital

Ein Hospital als kirchliche Einrichtung zur Versorgung von Armen und Kranken der Stadt ist seit 1574 urkundlich bekannt. 1690 wurde ein neues Hospital erbaut, das 1830 dem Bau eines Amtsgerichts weichen musste. In der Kirchhofstrasse Nr. 3 entstand das Hospital St. Marien als eine „mit staatlicher Genehmigung bestehende Versorgungsanstalt,, die den Zweck hat, ehrbaren, bedürftigen, mindestens 50 Jahre alten Personen beiderlei Geschlechts, welche in Wriezen heimatberechtigt sind und sich zum evangelischen Glauben bekennen, sichere Unterkunft zu gewähren“.

Hospitaltor

auch Frankfurter Tor oder Berliner Tor, gewährte Einlass dort, „wo sich die beiden Wege nach Berlin und Frankfurt scheiden“.

Hutmacher

„Paul der Hutmacher“ wird 1623 als erster Hutmacher in Wriezen erwähnt. 1701 befand sich ein Hutmachergewerk in der Stadt. Angefertigt wurden Hüte für die Bevölkerung und für die Dragoner. 1792 wurden 5000 Hüte gefertigt. 1879 waren noch 9 Meister in der Stadt. Bis etwa 1950 führte Fräulein Falkenthal in der August-Ellinger-Str. ein Hutmacherwerkstatt.

Hückelgasse

Verbindungsgasse von der Wilhelmstrasse zur Mauerstrasse. Nach dem Kaufmann Kurt Hückel, der 1907 dem „Verein der Kaufmannschaft“ vorstand und dessen Kolonialwarengeschäft sich in der Wilhelmstrasse, Ecke Hückelgasse befand.

Hymne zur Wriezener Werbe-Woche (10.06.1927)

Die Wriezener Werbewoche

Is doch noch 'ne Idee,

Paßt uff, die macht Epoche,

Füllt Wriezens Portemonnaie.

Schon lange haben alle

Ihr Jeld zusamm'jekratzt,

Det fließt in Wriezens Taschen,

Bis jeder Beutel platzt.

Wat willste blos in Frankfurt,

Wat willste in Berlin?

In Wriezen mußte koofen,

Da sind se uff'n Kien.

Die allerschönsten Sachen –

Ist blos dein Beutel voll –

Die kannste immer haben

Bei Colla und bei Moll.

Zigarren koof bei Jagdmann,

Bei Hoeften kriegste Stift,

Reiche hat jute Farben

Und Kron hat Rattenjift.

Von Henseln nimm dir Kaffee,

Und Giesecke hat Tee,

Und willste janz wat feinet,

Hol ein im H.F.G.

Und brauchste neue Hosen,

Weil deine sind jeplatzt, -

Die jib's bei Hermann Reichert,

Wie du noch keine hatt'st.

Von Vettern hole Fleesch dir,

Bei Strempeln jibt et Wurscht,

Und Rogge kann dir löschen

Den allerjrößten Durscht.

Und Riihter macht dir helle

Und kocht dir jar uff Jas,

Und brauchst de Hosenknöppe,

Klinke hat immer was.

R. Herrmann kocht dir Seefe.

Trink blos noch Müllers Korn.

Und wenn de bist jestorben,

Dann druckt dir Settekorn.

Christoph baut dir ne Scheune

Und Stiebeln macht dir Liehr,

Berg färbt und reinigt alles,

Die Uhr ölt Bauer Dir.

Schütz näht dir einen Mantel,

Und ist dir sonst nicht jut,

Dann lasse dir durchleuchten

Jm Röntgeninstitut.

Und brauchst Du eine Mütze,

Dann jeh zu Haupten hin.

Pallmann pflanzt dir 'nen Kaktus

Jn deinen Jarten rin.

Auch alle andern haben

Sich lange eingestellt,

Die Kundschaft zu bedienen

Reell für billig Jeld.

Bei Eichmann krigste Flundern,

Bei Hof schulz Suppenjrün.

Wat willste da in Frankfurt,

Wat willste in Berlin?

Koof nicht wo anders, höre,

Sonst biste hier verratzt

Und kriegst in Wriezen Keile,

Bis dir die Hose platzt.

(Verfasser Pius ó Paegelow, Paul)

Hünengrab

Auf einem Werder inmitten eines Sumpfgebietes in der Faulen See ist „vor Zeiten ein Hünengrab gewesen“.

Höft, Georg

Wilhelmstraße 44, Tabakwaren en gros und en detail, existierte rund 50 Jahre bis 1972.