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Begriff:   


 

Galgen
Vor dem Hospitaltor in Richtung Dornbuschmühle wird 1710 der Gerichts- oder Galgenberg benannt.
Garde du Corps
1688 lagen in Wriezen 58 Mann der 2. Kompanie des Trabantenregiments, Garde du Corps genannt. Offenbar haben Teile der ältesten märkischen Leibgarde zu Pferde und zu Fuß in Wriezen gelegen.
Garnison
Bereits 1633 wird Wriezen als Militärstandort benannt. Hauptsächlich Dragoner waren in der Stadt stationiert. Die letzte Garnison wurde von Teilen des 7. Brandenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 60 gestellt, das 1868 aus Wriezen verschwand. Kurzzeitig lagen vom 30. Oktober 1935 bis zum 10. Juni 1936 drei Kompanien des Kradschützenbatallions Nr. 3 unter Rittmeister von Hänisch in Wriezen in Garnison. Danach verfügte Wriezen über eine Heerespanzerschule bis 1945.
Gartenstrasse
wurde 1757 als „Poststrasse“ gepflastert.
Gasversorgung

1864 Am 3. Juni gab die Polizeiverwaltung bekannt, dass "auf dem Platz hinter den Anlagen beim Schützenhaus an der Straße nach dem Rondell" eine Gasbereitungsanlage errichtet wird. Als Bauherren wurden F.A. Egels aus Berlin, W. Kornhardt aus Stettin und F. Neubert aus Wriezen benannt. Nach nur sehr kurzer Bauzeit war lt. Jahresstatistik der 1. Dezember 1864 der Tag der Eröffnung, während andere Berichte von einer Fertigstellung von der Aufnahme der Gasproduktion im Frühjahr 1865 berichten. Zur Speicherung des Gases diente ein Gasbehälter mit 500 Kubikmeter Inhalt.

1885 gab es in Wriezen 109 Straßenlampen, deren stündlicher Gasverbrauch 1/6 cm3 pro Laterne betrug. Der Preis für die Straßenbeleuchtung betrug pro Kubikmeter 16.3 Pfennig, für Private und Motoren 25 Pfennig. Die Jahresproduktion betrug 108 969 Kubikmeter. Die Gasverluste betrugen nur 4,86 %. Verbraucht wurden 351,3 Tonnen englische Steinkohle mir einem Zusatz schlesischer Kohle. Wriezen hatte um diese Zeit 7245 Einwohner.

1894 brannten 121 Gaslaternen bei konstanter Einwohnerzahl und Gasverbrauch. Die Länge des Gasrohres betrug 7,3 km. Zu dieser Zeit waren in der Gasanstalt 5 Arbeiter beschäftigt, die täglich 12 Stunden arbeiten und schwere manuelle Tätigkeiten verrichten mussten. Die Gasanstalt gehörte F. Neuberts Erben, leitender Ingenieur war A. Heinrich.

1900: Am 1. Oktober erwarb die Stadt Wriezen das Werk zu einem Preis von 72 000 Mark und

1903 begann unter der Leitung des Direktors Hugo Richter (in Wriezen "Gas-Richter" genannt) ein großzügiger Ausbau. Ein neuer Gasometer wurde installiert mit einem Fassungsvermögen von 1500 Kubikmetern. Auch wurde das gesamte Rohrnetz erneuert, da der stark gestiegene Gasverbrauch größere Durchmesser verlangte.

1910 - 1911 erfolgte ein weiterer Ausbau. Der gestiegene Bedarf an Gas erforderte ein Zweischichtsystem. Zu dieser Zeit arbeiteten dort sechs Ofenarbeiter, die 22 Mark Lohn pro Woche erhielten, 2 Hofarbeiter für weniger als 20 Mark, ein Monteur für 18 Mark pro Woche. Außerdem war noch ein Helfer im Rohrnetz angestellt.

Der anfallende Koks ging an die umliegenden Güter und wurde in Hektoliter gemessen. Ein Hektoliter entsprach etwa 80 Pfund.

Gasabnehmer in der Stadt waren vorwiegend Kaufleute, denn nur diese besaßen das Geld, um sich Leuchtgasanlagen einbauen zu lassen. In kleineren Betrieben wurden die Dampfmaschinen durch gasbetriebene Motoren ersetzt.

1916/1917 wurden dann auch in den Wohnungen zunehmend Leuchtgas eingeführt und man begann mit dem Einbau von Münzgaszählern.

1920 erfolgte durch den Einbau neuer Öfen eine Modernisierung.

1928 war der Bedarf an Gas, das nun nicht mehr überwiegend als Leuchtgas, sondern zur Umwandlung in Wärme genutzt wurde auf 600.000 Kubikmeter gestiegen. Es wurde ein Teleskop-Gasbehälter mit einem Fassungsvermögen von 2500 Kubikmetern erbaut.

Während des 2. Weltkrieges (bis April 1945) wurde die Gasproduktion durch Kriegsgefangene aufrechterhalten. Es wurde in 12 Stundenschichten gearbeitet. Doch bereits im Monat März fehlten schon die Kohlen. Aus diesem Grunde wurde damit begonnen, Holz zu vergasen. Während der Kämpfe um die Stadt erhielt das Werk nur kleine Treffer.

1945 Der Neuaufbau begann mit der Reparatur des Gasnetzes zum Wasserwerk, um die Bevölkerung mit Wasser versorgen zu können. Bereits im Juli konnte das Wasserwerk arbeiten und einen Teil der Stadt versorgen. Um die Stadt mit Gas zu versorgen, waren die Schäden zu groß und als im Herbst 1945 Elektroenergie zur Verfügung stand, wurde die Gaserzeugung eingestellt. Das gesamte Rohrnetz musste erneuert werden.

1951 Am 1. April erfolgte die Wiederinbetriebnahme des Gaswerkes. Wer zu dieser Zeit einen Gasherd besaß, begrüßte jubelnd die kleine blaue Flamme.

Im Laufe der Jahre reichte das Gaswerk dann nicht mehr aus. Es wurde eine Ferngasleitung gelegt und Wriezen bekam sein Gas über diese Leitung.

1993 (Ende) bis Anfang 1994 erfolgte in Wriezen die Umstellung von Stadtgas auf Erdgas.

Der Gasometer wurde abgerissen und heute erinnert an dieser Stelle nichts mehr an das ehemalige Gaswerk der Stadt Wriezen.

Neben Wriezen wurden noch 10 weitere Städte mit ca. 100.000 Gaskunden umgestellt. Das Energieversorgungsunternehmen Weser-Ems-AG Oldenburg (EWE) führte diese Maßnahme aus und betonte, dass Handwerksbetriebe (vorbehaltlich der Eintragung in das Installateurverzeichnis der EWE) beteiligt wurden. Mit insgesamt drei Informationsschreiben wandte sich das Unternehmen an die Bürger, um weitere Details darzustellen. Eine Koordinierungsgruppe (EWE, Stadtverwaltung, HaGeBa) hatte die Aktivitäten vorbereitet. Zur Erdgasversorgung von Wriezen wurde eine Mitteldruckgasleitung neu gebaut, welche das Erdgas von der Regelanlage Altranft zur Regelanlage Rondeeler Weg transportiert. Zur Sanierung des Ortsnetzes wurden in Wriezen noch ca. 4 km Rohrleitung sowie 150 Hausanschlußleitungen ausgewechselt. Dies insbesondere im Biesdorfer Weg, Jägerstraße, Lüdersdorfer Weg, Schulzendorfer Weg, Berliner Berg, Alt-Kietz und Odervorstadt. Nach einer Kontrolle der Gasgeräte wurde deren weitere Verwendungsfähigkeit festgestellt. Hier anstanden Kosten für den Kunden, die durch den geringen Verbrauch bald ausgeglichen sein sollten.

Gaul

Diese Siedlung lag einst zwischen der Stadt Wriezen und Alt- Kietz. Erstmals 1272 erwähnt, ist Gaul wahrscheinlich älter als Wriezen (wendischen Ursprungs). 1340 ging Gaul "mit allen Zubehörungen für 40 Mark Silber" in den Besitz der Stadt über. Im 30 jährigen Krieg wurde die Siedlung fast völlig zerstört und von 1634 bis 1661 wieder aufgebaut und weiter besiedelt.

1678 errichtete der Rath von Wriezen "auf bestem" Ackerland ein Vorwerk (das heutige Altgaul), städtischer Verwaltung unterstehend.

Im Jahre 1797 ereilte der Siedlung Gaul gleich ein doppeltes Brandunglück (am 15.02. und am 03. 11. des Jahres). Während der Kietz wieder neu errichtet wurde, "wanderten die Gauler aus" und bauten sich auf ihrer Feldmark eine neue Siedlung (das heutige Neugaul - siehe dort).

Gefängnisse
befanden sich als Gewölbe im Jahre 1787 unter dem Rathaus. „Grüner Hut“, „Kaiserstuhl“, „Weißer Hals“, alle drei unter der Erde gelegen und ohne Lichtzufuhr.
Bereits 1704 wird die zu ebener Erde gelegene „Clause“ genannt, eine Folterkammer mit entsprechenden Werkzeugen ausgerüstet. Hinzu kam der „Bürgergehorsam“, ebenfalls zu ebener Erde liegend. 1830 wurde mit dem neuen Gerichtsgebäude in der Hospitalstrasse auch ein neues Gefängnis gebaut, das bis etwa 1955 in Betrieb war. Zu Zeiten der DDR entstand auf dem Berliner Berg eine Jugendhaftanstalt, die seit der Wende 1989 erweitert und modernisiert wurde.
Gegenstraße

Name der heutigen Jägerstraße im 18. Jahrhundert.

Gemeinnützliches Wochenblatt für die Stadt Wriezen

1827 Nachdem F. Naumann 1925 mit bereits mit einer Zeitung gescheitert war, beantragte er am 4.9.1827 erneut die Herausgabe einer Zeitung und am 10.11.1827 erschien sein "Gemeinnützliches Wochenblatt für die Stadt Wriezen und deren Umgebung".

Insgesamt hatte Naumann immer Auseinandersetzungen mit dem Magistrat. Der Magistrat bemühte sich, das "schmutzige Machwerk" von Herausgeber Naumann einzustellen. 1837 ging das Blatt dann ein.

Geographische Lage
Die Stadt liegt am westlichen Rand des Oderbruchs im Landkreis Märkisch-Oderland. 3 m über NN, 14° 7’ nördliche Breite, 57° 43’ östliche Länge.
Gericht
1337 Gründung eines Stadtgerichts. 1438 erhält die Stadt das Obergericht, dh. die Bestrafung „blutrünstiger Sachen“. Zahlreiche Todesurteile, wie in der Chronik vermerkt. 1821spricht die Chronik vom „Land- und Stadtgericht“ und 1849 wird Wriezen zum Sitz des Kreisgerichts bis zur Einrichtung der Amtsgerichte im Jahr 1879. 1930 wurde das Königliche Amtsgericht in der Hospitalstrasse erbaut ( das heutige Jugendfreizeithaus ). Es existierte bis etwa 1955.
Glaser
1596 werden im Kirchenbuch von St. Marien Christoph der Glaser und Michael Borck erwähnt. Im Jahr 1700 werden 4 Glaser angeführt. Am 4. Oktober 1865 schließen sich die Glasermeister Mack, Bügler und August und Fritz Smolinski der Vereinigten Tischler- , Drechsler- , Glaser- und Stuhlmacherinnung an. Der letzte Glasermeister in Wriezen war Felix Otto in der Friedrichstrasse, der im Schaufenster mit dem Spruch: „Schmücke Dein Heim mit ein gutes Bild von Glasermeister Felix Otto“ warb.
Goldschmiede
1594 wird Meister Clemm, der Goldschmied benannt. Seitdem waren ständig Goldschmiede in der Stadt. Im Jahr 1700 wird der Goldschmied Thimm mit fünf Talern bestraft, „weil er dem hochedlen Rat nicht hatte parieren wollen“. Um 1950 verschwand mit Georg Krätzer das Gewerk aus der Stadt.
Graetz, Friedrich Wilhelm

Kreisgerichtsdirektor, verstarb am 08. Februar 1891.

01. Januar 1850 Ehrenbürgerschaft in Wriezen

Gräfe, Jürgen

(geb. 19.11.1943 in Schmölln)

2004 Lehrer i.R., vormals Schulleiter Gymnasium Wriezen

Gürich
Der Geheime Regierungsrat aus Berlin wurde wegen seiner Unterstützung beim Bau der Knabenvolksschule in der Freienwalder Strasse am 16. September 1925 Ehrenbürger der Stadt.
Gürtler
Die Produzenten von Gürteln und Wehrgehängen mit Metallbeschlägen werden 1729 erstmals in Wriezen benannt.
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Das Amtsblatt der Stadt Wriezen landet in meinem Briefkasten und dann ...
lese ich es.
hau ich es ungelesen in die Papiertonne.