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Imkerverein e.V.

1889: Gründung des Vereins

1913: Aus der "Märkischen Bienenzeitung" wissen wir, dass der Imkerverein Wriezen dem Bezirksverein der Barnimer Kreise angehörte. Ihm gehörten neun Vereine mit 254 Mitgliedern an. Zu den neun Vereinen gehörten die Imker aus Haselberg, Hohenfinow, Biesenthal, Bad Freienwalde, Leuenberg und Wriezen. Eingewintert wurden 2681 Völker, ausgewintert nur 2067 Völker. Über Winter waren also 614 Völker an Faulbrut, einer damals sehr gefürchteten Bienenkrankheit, eingegangen. Die Jahresernte betrug 260 Zentner und 65 Pfund Schleuderhonig, das sind nur etwa 5 kg pro Volk, eine für heutige Verhältnisse unglaublich niedrige Ernte, wird doch heute nicht selten das Zehnfache geerntet. Die Steigerung ist in erster Linie der intensiven und aufwendigen Zuchtarbeit zu verdanken. In der "Märkischen Bienenzeitung" Nr. 8 kann man auf der Seite 264 eine Annonce lesen: "Bienenwohnungen jeder Art, auf allen beschickten Ausstellungen prämiert, sauberes Rähmchenholz, Honigschleudern und sonstige Gebrauchsartikel empfiehlt G. Siebke, Tischlerei und Bienenwirtschaft in Wriezen an der Oder." Kleine Notizen lassen auf ein reges Imkervereinsleben schließen: Am 20.4.1913, nachmittags um 4 Uhr, fand im "Hotel Wonneberg am Bahnhof" in Biesenthal die Frühjahrsversammlung der Barnimer Kreise statt und Herr Ostwaldt aus Alt-Mädewitz hielt einen Vortrag über das Leben der Biene. Am 9.11.1913 hielt Herr Loock aus Beauregard auf der Herbstversammlung des Bienen-Zuchtverbandes der Barnimer Kreise einen Vortrag über das Bienenrecht im Hotel zum "Goldenen Löwen" in der Wriezener Oderstraße. Diese Notizen ließen sich weiter fortsetzen, sie sind in der Chronik der Imkersparte Wriezen enthalten.

1914: In der "Märkischen Bienenzeitung" Nr. 6 vom 1. Juni fand sich folgende unscheinbare Notiz: " Da der Verein Wriezen im Herbst des Jahres sein 25-jähriges Bestehen feiert, so beschloß die Versammlung, den Vorsitzenden des Bezirkes als Vertreter dorthin zu senden." Diese kleine Notiz ist die einzige Bezugsquelle für ein Gründungsdatum.

Nach dem Kriege-1951: Vereinsvorsitzender Lehrer Schwarz aus Wriezen.

1947: Die Imker gehörten zu den Kleintierzüchtern.

1949: In diesem Jahre wurde Elsa Thieme Mitglied des Vereins. (Sie hat in den letzten 50 Jahren alle Höhen und Tiefen des Vereinslebens miterlebt und wurde Ehrenmitglied.)

1951-1953: Vereinsvorsitzender Imkermeister Erich Thieme aus Wriezen. Böttchermeister Friedrich Bischoff aus Wriezen stand besonders in den schweren Jahren zwischen 1950 und 1960 beratend und richtungsweisend zur Verfügung.

1953-1958: Vereinsvorsitzender Ingenieur Otto Müller aus Vevais. Unter seiner Leitung stabilisierte sich der Verein, die Vereinsarbeit wurde inhaltsreich und wirkungsvoll. Viele Standbegehungen wurden durchgeführt, so beim Böttchermeister Bischoff in Wriezen, beim Berufsimker Vogel in Biesdorf, beim Imkermeister Müller-Reich in Altgaul, bei Werner Wascher in Thöringswerder, bei Georg Borkenhagen in Neulitzegöricke, bei den Herren Johlke und Bensemann in Beauregard oder bei Herrn Zimmermann in Neutrebbin.

1957 gab es einen Züchterring, ein Mikroskop für die Forschungsarbeit, ein Zuchtvolk dazu, die Spartenbibliothek wurde gegründet und trotz der immer bescheidenen Mittel wurde jährlich dafür ein geringer Betrag zur Erweiterung aufgebracht.

1959-1960: Vereinsvorsitzender Friedrich Lemke aus Vevais

1960-1963: Vereinsvorsitzender Imkermeister Erich Thieme aus Wriezen

1963-1989 entwickelte sich die Mitgliederzahl auf 80, die Völkerzahl lag zwischen 1100 und 1400, und nicht selten wurden über 20 Tonnen Bienenhonig pro Jahr geliefert.

1964-1974: Vereinsvorsitzende Elsa Thieme aus Wriezen

Das Vereinsleben war damals nicht einfach, da ging es um Benzinmarken, um Dachpappe, um Zuckerverteilungen, um Holz und Pappnägel, um eine Kuh, die von Bienen des Imkerkollegen Zein gestochen worden war, um die ewigen Bestäubungsschäden, um Versicherungsschäden und Querelen mit Verwaltungen und Leitungen. In dieser Zeit begann der Wanderwagenbau und die Periode der Bestäubungen von landwirtschaftlichen Kulturen. Die Völkerzahlen stiegen auf 1400 pro Jahr, die Erträge wuchsen auf nicht selten 20 Tonnen Bienenhonig.

1975-1976: Vereinsvorsitzender Wolfgang Blaack aus Wriezen

1977-1979: Vereinsvorsitzender Eugen Linke aus Wriezen

1979-1989: Vereinsvorsitzender Werner Jankowiak aus Wriezen

1980: Martin Neumann aus Neumädewitz, der Großvater des derzeitigen Vereinsvorsitzenden, nahm im Jahre 1980 die Gratulation der Imkersparte zum 90.Geburtstag entgegen. Seit dem Jahre 1907 war er als Imker tätig gewesen, als Altmeister der Bienenzucht schon vor 1945 langjähriger Vorsitzender des Imkervereins Zehden.

1985 : Insgesamt liefern die Imker 16,2 t Honig ab.

1986: Der Bestand der Mitglieder ist wieder auf 1117 Völker angewachsen. 47 der 62 Imker haben an den Handel 25.317 kg Honig verkauft. Rekordernte.

1989: Eine harte Bewährungsprobe, denn durch die Varroamilbe waren 550 Bienenvölker, etwa die Hälfte des Bestandes, vernichtet.

Am 26.04. konnte der Imkerverein Wriezen sein 100-jähriges Jubiläum feiern. Damit gehört der Verein zu den ältesten der Stadt Wriezen.

Der Verein hat sich bemüht, die Tradition durch alle Wirren der beiden Weltkriege und der Nachkriegszeit bis heute zu pflegen. Dazu gibt ein Protokollbuch der Versammlungen von 1950 bis 1963 Auskunft, für die Zeit danach sind die Protokolle der Sitzungen erhalten, die vor allen Dingen durch Elsa Thieme aus Wriezen sorgfältig geführt worden sind.

1989 bis heute: Vereinsvorsitzender Hans Neumann aus Neumädewitz

2002: Heute sind noch 19 Imker Mitglied des Vereins, die mit geringen Völkerzahlen ihren bescheidenen Beitrag zur Erhaltung der Tradition und der natürlichen Umwelt leisten.

Nachsatz: Es ist nicht möglich, alle Imker zu würdigen, die jahrelang für den Verein tätig waren. Einige, neben den bereits genannten Namen sollten dennoch nicht aus der Erinnerung verschwinden: Die Imkerkollegen Werner Wascher aus Thöringswerder, Herr Benseman aus Beauregard, Herr Müller-Reith aus Altgaul, die Herren Östereich und Gehlke aus Beauregard, Frau Herta Fedeler aus Wriezen, viele Jahre lang Schriftführerin. Die Herren Schröder, Ziethen, Zein, Saparautzki, Jahnke, Kluke, Sahr, Frau Anna Mieseler, die Herren Schinkel, Krüger, Hippe, Lemkau, Lichtenberg und das Ehepaar Thieme.

Imkerkollege Hartrampf aus Alt Gaul, die Kollegen Lange und Warnke aus Wriezen, Herbert Rost aus Neulewin, Helmut Stermann aus Lüdersdorf, Otto Manthey aus Thöringswerder und Willibald Dannenberg aus Wriezen.

Den genannten Personen ist es zu verdanken, dass trotz aller Schwierigkeiten der Verein überhaupt bestehen konnte.

Itritz
Eine im Jahr 1778 angelegte Kreisgärtnerei wurde 1797 von Johann Friedrich Iteritz erworben und später zu einer beliebten Ausflugsgaststätte umgebaut. Auf einer kleinen Waldbühne fanden Theateraufführungen der Schulen statt. Der Spruch „Die Franzosen einst verschonten, alle die in Itritz wohnten“ über der Eingangstür war allen Wriezenern bekannt und deutete darauf, dass 1806/07 die französischen Besatzer nie dorthin kamen. Der letzte Wirt war Kurt Meske. Nach seinem Tod verfiel das Gebäude nach 1968 ,wurde eine zeitlang als Übungsgelände für Armee und Kampfgruppen genutzt, bis ein Feuer es endgültig zerstörte.
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