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Künstlerkolonie Wriezen - Gründung Untergang Abwicklung 1940-50

Das Jahresthema von Kulturland Brandenburg Krieg und Frieden – 1945 und die Folgen in

Brandenburg hat unseren Fokus auf die Planungen für Wriezen gerichtet, wo eine Künstlerkolonie mit Hilfe einer gewaltigen Bauplanung entstehen sollte, um das staatliche

Kunstwesen mit Kunstwerken bestücken zu können. Mitten im Krieg, 1941, wurde das erste

Grundstück gekauft und bebaut und Mitte 1942 die künstlerische Produktion begonnen. Anhand der Akten sehen wir, dass die Mitarbeiterzahl bis 1944 ständig wächst und die

Produktion 1943-44 anscheinend enorm war. 1944 wird dann auf Eigenversorgung umgestellt, was viele Arbeitskräfte bindet. Auch die schon zugesagte Erhöhung der

gewünschten Kohlenmenge für den Winter 1944/45 muss zurückgenommen werden.

 

Die Entscheidung, die Steinbildhauerwerkstätten zur Ausstattung der Gebäude und Räume

mit Kunstwerken an der Großen Nord-Süd-Achse in Berlin in Wriezen anzusiedeln, hat dazu

geführt, dass auch weitere Werkstätten wie die Bildteppichwerkstätten, zunächst in Baracken untergebracht, in Wriezen gegründet wurden. Dadurch, dass Arno Breker, der maßgebliche Bildhauer für die Ausgestaltung der Berliner Prachtstraße, schon 1940 das Schlösschen Jäckelsbruch samt neugebautem Atelier und weiterer Annehmlichkeiten wie Park und Schwimmbad von Hitler persönlich und auf Kosten des Reiches geschenkt bekam, war der wichtigste Akteur schon mal vor Ort angesiedelt.

 

Die Idee zu der Künstlerkolonie wird durch drei unterschiedliche Fundstellen sichtbar:

  1. Die Stadterweiterungsplanung von Wriezen 1941-42 des Architekten Robert Kisch auf der Anhöhe entlang der Freienwalder Straße, da wo heute das Krankenhaus steht. Angeblich sollten dort 10.000 Künstler bzw. Kunstschaffende angesiedelt werden und die größten Künstlerwerkstätten der Welt entstehen.
  2. Entlang der Mahlerstraße hat der gleiche Architekt weitere 4 Hallen von 12 m Breite und 140 m Länge und zusätzliche Gebäude weiter nördlich vorgeschlagen.
  3. In den Akten wird von einer Künstlerkolonie im Saugrund in Bad Freienwalde geprochen und es gibt noch nach Kriegsende Schriftverkehr mit zwei Künstlern, die vorhatten, sich dort anzusiedeln, einer davon sogar noch nach dem Krieg mit angeschlossener Malschule.

 

Überhaupt konnte Material aus zahlreichen Archiven wie auch von Zeitzeugen verwendet

werden. Die Ausstellung wurde dankenswerter Weise gefördert durch die Stadt Wriezen, den Landkreis Märkisch Oderland, die LOSCON Kulturstiftung und Kulturland Brandenburg. Auch für das engagierte Interesse der Stadt Wriezen, vertreten durch Bürgermeister Karsten Ilm, seine Stellvertreterin Frau Kerstenski und Lars Große, Sachgebietsleiter Finanzverwaltung, sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt.

 

Eine Publikation ergänzt die Ausstellung mit weiteren Abbildungen und zahlreichen Texten aus den Akten, die nicht nur die Gründung, sondern eben auch das Kriegsende und die folgenden Geschehnisse eines Landes unter Sowjetischer Militäradministration beleuchtet, wo neue Begrifflichkeiten wie Sequestrierung (Zwangsverwaltung), Enteignung und Feinverwertung (Übereignung) auftauchen und in die Tat umgesetzt werden. Auch der

Begriff Volkseigentum gehört nach 1945 zum Sprachgebrauch in den Akten und gipfelt versehentlich in einer Aktennotiz zu der Überschrift VEB Arno Breker.

 

21. September 2020

Detlef Mallwitz

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Künstlerkolonie Wriezen - Gründung Untergang Abwicklung 1940-50

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