Newsletter Oderbruch Museum Altranft: 17.-30. Juni 2019

11.06.2019

Bauen ist Kultur!
Programm zur Eröffnung unserer Jahresausstellung

Erweiterung der Dauerausstellung: Dass Bauen Kultur ist, weiß zumindest der Denkmal­schutz. Aber wie steht es um die tägliche, gelebte Baukultur im Oderbruch? Was sind die typischen Haus- und Siedlungsformen? Bauen die Leute selbst, oder lassen sie bauen? Diesen Fragen sind wir in unserer fortgeschriebenen Dauerausstellung nachgegangen. Erneut haben wir viele Menschen im Oderbruch danach befragt, wie sie, vermittelt über das bauen an Haus und Hof eine Beziehung zur ganzen Landschaft aufgebaut haben. Die Künstlerin Waltraud Fischer hat unterdessen die Werkbänke der Dauerausstellung mit ihren gewitzten Darstellungen erweitert, sodass die Besucher zukünftig grundlegende Informationen zu den Haus- und Siedlungsformen des Oderbruchs erhalten können. Darüber hinaus zeigen wir Ergebnisse der Landschaftlichen Bildung aus Exkursionstagen im Projekt Heimatarbeit. Die Eröffnung unserer Jahresausstellung verspricht einen angenehmen Tag mit Essen aus der Region und kühlen Getränken.

Künstlerisches Hauptprojekt: Der junge Künstler Jakob Rüdrich aus Wilhelmsaue nimmt eine andere Perspektive ein. Rüdrich thematisiert das Oderbruch als künstlichen Raum, in dem täglich große Anstrengungen unternommen werden, damit in ihm etwas wachsen und gedeihen kann. Ausgehend von den einst zahlreichen Gewächshäusern dieses einstigen Gemüsegartens Berlins lag es für ihn nahe, das ganze Oderbruch als großes Treibhaus mit kontrollierter Wasser- und Nährstoffzufuhr zu begreifen. Er nutzt die Form des Gewölbekellers im Altranfter Herrenhaus, um den künstlichen Raum Oderbruch vorzustellen und zu erkunden, welche typischen Bauformen in ihm heute zu erleben sind. Auf den Pflanztischen seines „Treibhauses Oderbruch“ gedeihen alte Fischer- und Kolonistendörfer, moderne Plattenbausiedlungen wie das Letschiner „Manhattan“, aber auch singuläre Bauten wie das Niederfinower Schiffshebewerk, das Schöpfwerk Gusow oder die vielen Brettbinderscheunen und Mastanlagen. Auch Solar-, Wind- und Biogasanlagen, Zuckerfabriken und wiederum einzelne Gutshäuser kann man in seiner Installation als künstlich herangezogene Gewächse erleben. Die Raum-Klang-Installation enthält auch einen Tisch der Zukunft. Das Augenmerk von Rüdrich liegt jedenfalls nicht auf einer historisierenden Darstellung. In erster Linie will er die Elemente, die heute in der Landschaft zu finden sind, erlebbar machen und einen Perspektivwechsel auf das Alltägliche und Gewohnte anbieten.

Koffertheater: In Altranft gibt es viele alte Häuser, die ganz eigene Geschichten erzählen können. Katharina Sell und Frank Hirrich vom mecklenburgischen Figurentheater Ernst-Heiter waren in Altranft unterwegs, um über diese alten Häuser so viel wie möglich in Erfahrung zu bringen. Wir haben sie mit einer besonderen Theaterproduktion beauftragt: Sie haben ein Koffertheater mit eigenen kleinen Bühnenbildern entwickelt, das verschiedene Situationen in den genannten Häusern, wie sie sich in etwa um 1900 abgespielt haben könnten, darstellt. Ihre Theaterproduktion ist so angelegt, dass sie auch in den folgenden Jahren in Altranft zu verschiedenen Anlässen und an verschiedenen Orten gespielt werden kann. Außerdem entwickeln Sell und Hirrich ein theaterpädagogisches Konzept, nach dem zukünftig Kinder in unserer Theaterwerkstatt selbst Szenen, die sich in diesen Häusern abgespielt haben können, entwickeln und spielen können. Am Tag der Eröffnung unserer Jahresausstellung am 23. Juni stellen die beiden ihr Koffertheater vor. Um 11 Uhr, zu Beginn des Tages, wird ein Teil der entwickelten Szenen gespielt, um 14 Uhr wird eine zweite Auseinandersetzung mit den Altranfter Häusern in der Welt des Märchens vom Fischer und seiner Frau gezeigt.

Konzerte: Ein Highlight stellen zwei Konzerte des Berliner Kontrabassisten Jaspar Libuda dar. Seine Klanglandschaften schaffen eine Verbindung virtuoser Kontrabasskunst mit elektroakustischer Musik. Durch die Verwendung von Live-Elektronik und Loopstation stellt er eine Verbindung zur Architektur her, baut Fundamente und arbeitet sich Schicht für Schicht in die Höhe des Raums. Verschiedene musikalische Stile in Jaspar Libudas Kompositionen stellen zeitliche Bezüge zu den einzelnen Bauformen der Ausstellung her. Seine Musik entwickelt sich von Stille zu Klangfülle, von Improvisation zum Arrangement. Melodiöses Bogenspiel und akkordbezogene Zupftechnik heben die Schwere des Kontrabasses auf, tiefe Basslinien geben dem Instrument sein Gewicht zurück. Ein Grenzgang zwischen Klassik, Jazz, Rock, Pop und Minimal Music, zu hören um 12 Uhr und 15.30 Uhr im oberen Foyer des Schlosses Altranft.


Sonntag 23. Juni  - 11-17 Uhr - Schloss - Eintritt frei

 

 

Oderbruchtag

Initiative Kulturerbe Oderbruch gestaltet Umzugswagen

 Die Gemeinde Neuttrebbin lädt am 22. Juni zum ersten Oderbruchtag ein. Vereine und Kulturgruppen des Oderbruchs gestalten ein gemeinsames Kulturprogramm. Höhepunkt wird um 11:30 Uhr der Festumzug mit Teilnehmern aus allen Oderbruchdörfern sein. Die Initiative Kulturerbe Oderbruch wird mit einem eigenen Umzugswagen teilnehmen. Unter dem Titel „Das Oderbruch – Menschen machen Landschaft“ soll auf die Bewerbung auf das Europäische Kulturerbe-Siegel aufmerksam gemacht werden. Die Kommunale Arbeitsgruppe wird noch im Herbst dieses Jahres die Bewerbung an das Land Brandenburg übergeben.

Samstag 22. Juni - ab 10 Uhr - Neutrebbin

 

Zieglerfest Ringofen Altglietzen

Technisches Denkmal wird Kulturerbe-Ort

Um den keramischen Baustoff Ziegel herzustellen, braucht es nur vier Grundelemente im richtigen Mischungsverhältnis: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Die Ziegelherstellung verlangte einst schwerste körperliche Arbeit. Der seinerzeit revolutionäre und heute noch funktionstüchtige Ringofen Altglietzen ist heute ein technisches Denkmal und der einzige noch vollständig erhaltene und produktionsfähige Ringofen dieser Art im Oderbruch. Am 22. Juni lädt der Hoffmanscher Ringofen 1878 Altglietzen e.V. zum 13. Zieglerfest ein. Lassen Sie sich über das Gelände führen oder besuchen Sie die Keramikwerkstatt mit Mitmachangeboten.

Samstag 22. Juni - 14-18 Uhr - Hoffmanscher Ringofen OT Altglietzen, 16259 Bad Freienwalde/Oder, Chausseestraße 60 - Eintritt frei

 

Ausstellung zum Europäischen Kulturerbe

Ausgezeichnete Stätten stellen sich vor

Mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel werden Kulturdenkmale, Kulturlandschaften und Gedenkstätten ausgezeichnet, die die europäische Einigung, die gemeinsamen Werte sowie die Geschichte und Kultur der EU symbolisieren. 38 Stätten wurden bereits durch die Europäische Kommission als Kulturerbe-Stätte ausgezeichnet: u.a. Musikerbe-Stätten Leipzigs (Deutschland), Ehemaliges Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager (Frankreich/Deutschland), Das Herz des antiken Athen (Griechenland), Friedenspalast Den Haag (Niederlande) oder Historische Danziger Werft (Polen). Die mehrsprachige Wanderausstellung stellt Ihnen die bereits ausgezeichneten Kulturerbestätten aus ganz Europa vor.

Im Herbst dieses Jahres wird sich das Oderbruch auf diese Auszeichnung bewerben. Unterstützt wird die Bewerbung von mittlerweile 16 Oderbruchkommunen. Sie wird von einer Kommunalen Arbeitsgruppe seit 2015 vorbereitet.

Sonntag 23. Juni bis 8. September -  Donnerstag - Sonntag und an Feiertagen 11-17 Uhr - Oderbruch Museum Altranft, Berg Schmidt Hof

 

 

 

Museums
Werkstatt

 

Auch in den Ferien!

Unsere Offenen Werkstätten sind offen für alle, die probieren, lernen und experimentieren wollen:
Wir bringen die Technik mit und Ihr die Ideen!
Lasst euch ganz ohne Anmeldung von unseren Werkstattleitern begleiten und setzt kleine oder größere Ideen mit Aufnahmegerät, Pinsel, Kamera, oder Druckpresse um. Die Techniken wiederholen sich jeden Monat, sodass ihr auch an größeren Ideen über mehrere Termine weiterarbeiten könnt!

Immer samstags, immer zwischen 12-16 Uhr im Schloss

Aufgehorcht - Audio-Werkstattam Samstag - 1. Juni

Aufgezeichnet -  Illustrations-Werkstattam Samstag - 8. Juni

Abgelichtet - Fotografie-Werkstattam Samstag  - 15. Juni

Aufgedrückt - Druckwerkstatt am Samstag  - 22. Juni

Kosten: Je nach Teilnahmedauer zwischen 1 und 4 €

 

Local Beat Reloaded

Wie klingt es, wenn das Schaf blökt, die Nachtigall ruft oder die Mähdrescher sirren? Unsere Landschaft singt, summt, vibriert, pulsiert, stampft und knattert.
Im Rahmen der diesjährigen Sommerferien-Werkstatt des Museums, können Jugendliche erkunden, welche Klänge unsere Umgebung erzeugt. Auf der deutschen und polnischen Seite der Oder zieht je eine Gruppe von Teilnehmern los und sammelt Töne. Sie werden aufgenommen und anschließend abgemischt. Dabei fließen weitere Klänge ein – z.B. von Instrumenten oder digitale Musikaufnahmen.
Kooperationspartner ist das MAX, MoveArtXchange, ein Projekt des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt. Professionelle Musiker des MAX begleiten die Jugendlichen beim Komponieren der Samples, u.a. der Filmmusiker und Sounddesigner Pelle Parr, der Perkussionist Berndt Michael Petroshka und eine Musikerin des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt.
Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

28.-30. Juni - Schloss Altranft  - Kosten: 12 €